Stand Rehabilitation

Mittlerweile ist es 9 Wochen her seit ein Bandscheibenvorfall meine sportliche und berufliche Planung durchkreuzte. Leider betraf es nicht nur eine Bandscheibe sondern zwei, was die Sache nicht gerade vereinfachte. Die ersten vier Wochen nach dem Vorfall wünsche ich niemandem. Die Schmerzen waren mein ständiger Begleiter, Tag und Nacht. Vor allem die liegende Position während der Nacht war kaum aushaltbar. Irgendwann wurden die Schmerzen erträglicher und auch das einfache Spazieren ging ohne zu humpeln. Als Reha entdeckte ich das Bergaufgehen, dies war damals die einzige halbwegs schmerzfreie Bewegung. So spazierte ich täglich mehrere Male auf den Gurten und fuhr mit der Bahn wieder nach unten. Der Gurten wurde mir bald einmal zu langweilig und so wechselte ich zum Niesen, welcher immerhin fast 1700 Höhenmeter an Steigung zuliess. Das Bergaufwandern tat nicht nur meinen arg in Vergessenheit geratenen Beinmuskeln gut, sondern auch meinem Kopf. Endlich spürte ich wieder das wunderbare Gefühl der körperlichen Anstrengung, ein herrlicher Moment. Wenn es die Zeit zuliess, verbrachte ich den Tag am Niesen: raufwandern, mit der Bahn runterfahren und dann wieder von vorne beginnen. Ich zählte die Anzahl der Aufstiege nicht; der Tagesrekord lag bei 5 Mal, was etwa 8500 Hm in 8,5h ergab. Seit 10 Tagen darf ich nun auch ganz lockere, kurze Radtrainings auf der Rolle abspulen. Es ist das erste Mal überhaupt in meiner gesamten Radsportzeit, dass ich Rollentrainings absolviere. Es wird noch ein langer Weg vor mir liegen, doch freue ich mich ab jeder noch so kleinen gesundheitlichen Verbesserung. Die Verletzung vereitelte zwar mein ganz grosses Ziel, doch sah ich sie auch als Chance. Sie öffnete mir die Augen und ermöglichte mir Neues, welches ich in vergangener Zeit durch die Fokussierung auf meine grossen Ziele nicht wahrnahm. Ich nahm sie als Herausforderung an, um daran zu wachsen. Passend dazu finde ich ein chinesisches Sprichwort: „Wenn ein Drachen steigen will, muss er gegen den Wind fliegen“. Man wächst nur mit den Herausforderungen. Gerade die ersten paar Wochen waren nicht immer ganz einfach, deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die mich in irgendeiner Art motiviert und unterstützt haben, vor allem auch dem VITALISCENTER und all meinen Sponsoren, die mir auch in dieser Zeit unterstützend zur Seite stehen.

 

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