Tortour

Gigathlon


1026 Kilometer und 12'500 Höhenmeter. Diese Zahlen beinhalten genug Stoff für einen ausführlichen Rennbericht. Die Frage stellt sich nur, wo beginne ich überhaupt!

Es war nun ein Jahr her seit meinem doppelten Bandscheibenvorfall. Monatelang sahen mich damals meine Rennräder nur, wenn ich etwas aus dem Keller holen musste. Ich weiss auch nicht wie viele aus meinem Umfeld überhaupt daran glaubten, dass ein Start bei einer solchen Ultraprüfung nochmals möglich wäre. Auch ich zweifelte immer wieder, erlebte ich doch Mitte Juli wieder einen derben Rückschlag. Dass ich dann an der Tortour über die gesamte Strecke meinen Rücken nicht ein einziges Mal spürte, ist mein ganz persönlicher Sieg und nährt meine Ideen von Projekten grössere Dimension...

Aber nun zum Rennen. Am Donnerstag fand der Prolog über 1 Kilometer statt. Mein 5. Platz war nicht sonderlich schlecht, aber auch nicht gerade berauschend, aber für ein Rennen über 1000 Km wohl auch nicht rennentscheidend. Die Zeit bis zum Start kurz nach Mitternacht verbrachte ich dösend im Hotelzimmer, doch drehten sich meine Gedanken grösstenteils bereits um das Rennen. Ich war unendlich froh, als ich endlich starten durfte. 

Meine Taktik war sehr simpel, ich fuhr schlicht meine Wattvorgaben und wollte mich durch keine Mitbewerber irritieren lassen. So fiel ich ziemlich rasch vom 5. bis auf den 15. Rang zurück. Ich staunte ab dem Tempo gewisser Fahrer und fragte mich, ob diese Chur als Ziel des Rennens ansteuerten...

Nach Chur fing dann mit den Alpenpässen mein bevorzugtes Gebiet an. Endlich konnte ich meine Trümpfe ausspielen; in der Fläche hatte ich mit dem normalen Rad trotz Aufsatz doch gewisse Nachteile gegenüber den reinen Zeitfahrmaschinen, doch stellte sich diese Wahl durch meine Rückengeschichte schon gar nicht. Nach Chur begann es auch zu schütten, wurde bitterkalt und mir liefs immer besser. Nach Oberalp, Furka und Grimsel lag ich bereits an 3. Stelle. So durfte es gerne weitergehen. Leider stoppten mich ganz üble Blähungen rapide. Ich kämpfte mich mit Müh und Not noch in die Timestation nach Interlaken, dort war dann fertig lustig. Meine Gedanken voller negativen Gefühle, bitter enttäuscht und mein Bauch platzte fast. Ich konnte nicht mehr anders als mich hinlegen und wartete nur noch auf Marcs Anweisung zusammenzupacken und nach Hause zu fahren. Doch Marc und meine Schwester Barbara massierten stattdessen Rücken und Bauchregion und etwas mehr als eine Stunde später fühlte ich mich wieder pudelwohl, setzte mich aufs Rad und auf gings. Im Simmental zählte dann auch noch Petrus zu meinen Verbündeten, er öffnete alle Schleusen und da wusste ich, auch wenn ich weit zurücklag, war noch sehr viel zu gewinnen, schliesslich lagen noch 600 Km vor mir! Es goss aus Kübeln, doch mir gefiels einfach nur noch. Dazu beflügelte mich der Gedanke, dass in Bulle meine Freundin zum Betreuungsteam dazustossen wird. Ich machte Rang um Rang gut, im Aufstieg zum Col des Mosses genoss ich die herrliche Abendstimmung und stach in rasantem Tempo ins Rhonetal. Es lief wie am Schnürchen und kurz darauf lag ich bereits an 4. Stelle und mein Lieblingsteil der Tortour kam ja erst. Nach Morges waren bereits 600 Km zurückgelegt und ich genoss das Fahren in der Dunkelheit in vollen Zügen. Oftmals fuhr mein Team einige Kilometer voraus, um etwas vorzubereiten und liess mich während dieser Zeit die Nachtfahrt alleine geniessen. Im Aufstieg zum Vallée de Joux war dann mein 3. Rang wieder Tatsache. Nun war ich erst recht beflügelt, zudem wartete in der Timestation von Yverdon mit Christoph Fuhrbach (24 Höhenmeterweltrekordhalter mit dem Rad) ein Kollege auf mich. Von Yverdon gings in Richtung der Jura Freibergen, meine absolute Lieblingsgegend zum Trainieren. Ich kannte jeden Meter und freute mich auf jeden. Auch nach 800 Km liefen meine Beine hervorragend, so flog ich danach auch in meiner Heimat den Passwang und die restlichen Berge nur so rauf. Einen grossen Anteil daran hatten auch Freunde und Bekannte, die mich an jeglichen Orten lautstark unterstützten. Ein unvergessliches Erlebnis, herzlichen Dank!

Dank Rückenwind rollte ich zügig nach Glattfelden zur letzten Timestation. Von dort bis nach Schaffhausen sollte es nur noch ein Katzensprung sein, vor allem bei diesen Beinen. Ich konnte die letzten Kilometer richtig geniessen, machte einige Spässe mit der Filmcrew, welche mich dort begleitete und war mit den Gedanken bereits bei der Siegerehrung. Die Silbermedaille der Schweizermeisterschaft um den Hals tragend, ein wunderschöner Gedanke und vor allem dies mit meinem unglaublich tollen Team zu teilen. Doch sollte alles anders kommen und sich ein altes Sprichwort bewahrheiten, dass ein Rennen erst auf der Ziellinie zu Ende ist. Im letzten Dorf vor Schaffhausen, nur noch ein Steinwurf von der Ziellinie weg, übersah mich ein Autofahrer. Ich krachte frontal in seine Seite und schlug mit Schulter und Kopf sehr heftig auf. Der Fahrzeuglenker und das direkt hinter mir fahrende Team Schweizer Holz on Tortour kümmerten sich genial um mich, ganz herzlichen Dank. Ich wollte zwar unbedingt weiterfahren, doch wurde ich immer wieder ohnmächtig. Davon weiss ich aber selber nichts mehr. Schlussendlich landete ich statt in der IWC Arena im Krankenhaus. Dank meiner Freundin war mein Frust aber ziemlich schnell verflogen und die gute Nachricht, dass ausser angerissenen Schulterbändern alles ganz blieb, war doch wertvoller als jede Medaille. Ich musste zwar noch bis Sonntagnachmittag im Spital bleiben, dank Besuch des Tortour OKs, toller Cafeteria und sehr liebenswertem Personal verging die Zeit wie im Fluge.

Ein Rennen wie die Tortour braucht neben dem Trainingsaufwand auch sonst ziemlich viele Vorbereitungen, die ohne Team im Hintergrund unmöglich zu bewältigen sind. Es sind diese Personen, die im Stillen arbeiten und deren Namen nachher nicht auf der Rangliste erscheinen, auch wenn sie es mehr als verdient hätten. Dazu gehört natürlich mein Team mit meiner Schwester Barbara, Andreas Binder, Marc Rüdisühli, meiner Physiotherapeutin Melanie Rudin und natürlich meiner Freundin Daniela. Sports Chiropractor Martin Kumm und Erman Küçük leisteten geniale Arbeit während der gesamten Reha Phase, ohne sie wäre dies schon gar nie möglich gewesen. All meine Sponsoren, die mich wie Christoph Jenzer und Peter Haag bereits seit Juniorenalter unterstützen. Doch bringt dich das beste Material nicht weiter, wenn der Motor keine Leistung bringt. Da danke ich Thomas Rentsch, Diana Rast und Martin Feigenwinter. Mit ihm gestaltete ich den mentalen Fahrplan Tortour, welcher bis 5 Km vor dem Ziel aufging. „smile“-Emoticon

Als Abschluss ein grosses Merci an die gesamte Tortourorganisation inkl. Helfern für den tollen Anlass, sowie allen Fahrern und Betreuern, die mich jeweils anfeuerten und motivierten!

Höhenmeterweltrekord geknackt!!!

21.6.2015: 

20'407 Höhenmeter in 24 Stunden sind die Zahlen zu meinem Weltrekordlauf; dahinter stecken viele Geschichten, die sich lohnen erzählt zu werden.

In neun Monaten vom Rehabilitationstraining zum Weltrekord wäre sicher eine, welche die meisten Leser aber mittlerweile zu genüge kennen. Nein der Rekordlauf gehört auch meinen sehr guten Freunden, die mich unglaublich unterstützten, sei es damals in schwierigen Situationen oder jetzt bei diesem Projekt.

Es war Freitagnachmittag als ich gemeinsam mit Andi im vollgepackten Camper meiner Eltern ins Glarnerland fuhr. Auf dem Parkplatz der Aeugstenbahn wurden wir bereits von Werner Waldvogel und seinem Team begrüsst. Während Andi gemeinsam mit Wildhüter Marco bereits einmal die Strecke abging und an vier Stellen zur lückenlosen Dokumentation vier Fotofallen aufstellte, organisierte ich das Chaos im Camper und kochte massenweise Pasta. 

Später am Abend trafen auch noch meine Freundin Daniela und mein Chiro Martin ein. Im Camper schlief ich tief und fest, das rhythmische tropfen des Regens auf das Dach des Campers wirkte wohl sehr beruhigend. 

Die Ruhe in mir war dann spätestens beim Morgenessen weg; ich bekam kaum mehr einen Bissen runter und war froh, dass es bald losgehen würde. 

Um 8 Uhr war auch das komplette Team vor Ort, besprach mit Werner die letzten Details zu Funk etc. um sich danach auf den Weg zu ihren Posten zu machen. Unter dem Applaus zahlreicher hartgesottener Zuschauer, es regnete in Strömen, startete ich Punkt 9.00 Uhr zu meinem 24 Stunden Unterfangen. Ich war froh endlich auf der Strecke zu sein und fühlte mich extrem gut, es machte trotz sehr garstigen meteorologischen Bedingungen einfach nur Spass. Die ersten 350 Meter der Strecke sind flach, danach steigt sie fast 1000 Hm bis zur Bergstation an. Unterwegs wurde ich an zwei Punkten von meinem Team betreut. An der Bergstation wartete Martin auf mich, unterzog mich einem kleinen Check und schickte mich danach mit der Bahn wieder zurück an den Startpunkt, wo ich von der Talstationcrew in Empfang genommen und beim Rennen in der Fläche verpflegt wurde. Die Runden vergingen wie im Flug bis ich in den Runden 6 – 8 ziemlich die Krise schob. Beim Testlauf an Pfingstmontag hatte ich mit sehr starken Kopfschmerzen und schwerstem Schwindel zu kämpfen. Wir nahmen an, dass diese Symptome von den schnellen Höhenwechseln kamen. Während Martin in den Umgängen 1 – 6 mir jeweils an der Bergstation eine 2 Minuten Pause gönnte, gab es danach bis zum Schluss ausser bei der Bahnfahrt keine Pause mehr. Mein Körper musste immer im Rennmodus bleiben, so durfte ich mich in der Gondel auch nicht mehr hinlegen, zudem wechselte ich den Atemrhythmus. 

Von da an liefs genial, teilweise lief ich die Strecke sogar deutlich unter 50 Minuten und die Nacht, meine Lieblingszeit sollte ja erst noch kommen. 

Punkt 5 Uhr in der Früh knackte ich den bisherigen Rekord. Ein genialer Moment erwartete mich mein Team doch bereits mit einem Zielbanner, um den Moment festzuhalten. Noch hatte ich vier Stunden Zeit, um die neue Bestmarke weiter zu erhöhen. Schnell war in meinem Kopf die Marke 20'000 gesetzt. Dafür hiess es noch einmal hart beissen. Schlussendlich wurden es 20'407 Höhenmeter. Das gesamte Betreuungs- und Aeugstenbahnteam sowie Zuschauer empfingen mich bei der Bergstation beim Schlusslauf!

Ich schrieb sehr viel über mich selber, doch war dies alles ohne meine Leute im Hintergrund nicht möglich.

Ein ganz grosses Dankeschön an euch alle. 24 Stunden draussen im nasskalten Wetter auszuharren verdient einen ganz grossen Respekt. Die Verpflegungsposten wurden von Andi, Alain, Michael und Robi abgedeckt. Auch um 4 Uhr morgens wurde ich frenetisch empfangen, die Verpflegung mit Fondue werde ich wohl nie vergessen! ☺ An der Bergstation, die Temperatur lag nur wenig über dem Gefrierpunkt, wurde ich jedes Mal von Martin empfangen, der immer super gelaunt war. Sein Fachwissen und Erfahrung gab mir ein sehr grosses Sicherheitsgefühl!

In der Gondel wurde ich entweder von Martin oder jemanden von der Talstationcrew begleitet. Es berührte mich, dass auch in der Nacht immer Zuschauer anwesend waren, die mich mit Applaus und ermunternden Worten bei der Talstation in Empfang nahmen und auf die nächste Runde schickten. Meine Freundin Daniela, meine Schwestern Barbara und Cristina sowie Miriam  versorgten mich hier mit trockenen Kleidern und Verpflegung. 

Für mich ist Sport einerseits eine sehr grosse Leidenschaft, andererseits auch eine Lebenseinstellung. Diese Einstellung teilen auch Paul Küng, Hans Landolt und Dominik Uehli. Es zeigt sehr viel Sportsgeist, um vier Uhr morgens bei strömendem Regen extra aufzustehen, um mich im Aufstieg zu begleiten und zu motivieren! Vielen Dank, es war mir eine Freude euch kennenzulernen!

Oft wurde ich in den letzten beiden Tagen gefragt, welche Schmerzen oder Probleme ich hatte. Ich war selber erstaunt, dass ich bis auf die leichten Kopfschmerzen in Runde 6-8 keine einzigen Probleme hatte. Der intensive Regen durchnässte meinen Schuh zwar bereits nach 2 Minuten, doch wechselte ich bis zum Schluss weder Socken noch die Schuhe. Mein Salomon LAB Schuh passt einfach perfekt. Auch die neu umgestellte Ernährung passte hervorragend. 

Zu guter Letzt wäre das ganze Projekt ohne die Aeugstenbahn nicht möglich gewesen! Danke an Käthi, Monika, Thomas und Werner! Ich kann einen Ausflug nach Ennenda zur Aeugstenbahn nur empfehlen!

Seit 2008 darf ich auf die grosse Unterstützung meines Trainers Thomas Rentsch zählen, ohne ihn wäre ich nie auf diesem Leistungsniveau!

Seit meiner ersten Teilnahme am Gigathlon (Expo Gigathlon 2002) bin ich fasziniert von diesem Anlass. Die einmalige Atmosphäre und die gegen 10‘000 Sportler aus den verschiedenen Sportarten machen den Gigathlon so einzigartig. Nach dem Sieg 2013 war unser Ziel nicht in erster Linie die Titelverteidigung, sondern 2.5 Tage gemeinsam Spass und Freude zu teilen. Mit mir im Team waren Cherelle Oestringer, Sabrina Rossow, Matthias Bieri und Philipp Gerber. Philipp machte auf dem Bike den Anfang und übergab in den vordersten Positionen liegend an Cherelle. Sie zeigte wieder einmal ihre Klasse und übergab in Führung liegend an Sabrina. Von da an sollten wir die Führung nie mehr abgeben. Als Schlussfahrer am Samstag durfte ich durch das malerische Aargau über unzählige Hügel. Trotz brütender Hitze lief es mir genial und so konnte ich unseren Vorsprung auf 19 Minuten ausbauen. Nach einem gemeinsam Bad in der Aare liessen wir den Abend mit Florian Silbereisens Schlagerparade ausklingen… :-) 

Sonntagmorgen um 5 Uhr war dann bereits wieder Start für mich. Mit 19 Minuten Vorsprung auf die ersten beiden Verfolger wurde ich aufs Rad geschickt. Jedes einzelne Teammitglied wuchs über sich hinaus und so brachte Schlussläufer Matthias den Sieg bereits kurz nach dem Mittag ins Ziel. Der gemeinsame Einlauf hatte Hühnerhautfeeling!

Ein ganz grosses Merci an das ganze Team, es waren zwei Wahnsinnstage mit euch!

24 Stunden Höhenmeterweltrekordversuch

 15.6.2015:

Noch vor einem Jahr antwortete ich auf die Frage, wieso ich als Ergänzungstraining nicht noch Jogge, dass ich als Radfahrer bereits weiter entwickelt und auf zwei Rädern unterwegs sei. :-) Dies sollte sich dann durch einen Tiefpunkt in meiner sportlichen Karriere ändern. Kurz vor dem Start zu meinem grossen Ziel der Tortour legte mich ein Bandscheibenvorfall komplett lahm. Das erste Mal in meinem Leben wusste ich was Schmerzen sind und welch grosses Geschenk die eigene Gesundheit ist. Von einem Tag auf den anderen waren plötzlich 10 Meter Gehen eine Herausforderung, während vorher 10 stündige Trainings eine „lockere“ Sache waren. Es war dann mein damaliger Studienkollege Michu, ebenfalls bereits „bandscheiben-vorfallgeplagt“, der mich auf die Idee des Bergaufgehens brachte. Dies hätte ihm damals viel gebracht. Ich versuchte es ebenfalls und war begeistert. Die Schmerzen gingen langsam zurück und ich entdeckte etwas Neues. Durch einen weiteren Umstand hatte ich plötzlich viel Zeit zur Verfügung. Kurz vor dem Bandscheibenvorfall kündete ich meine Arbeitsstelle, um nach Studiumsende eine längere Reise zu unternehmen, welches nun durch die Verletzung nicht mehr möglich war. Anstatt zu Hause Trübsal zu blasen, verbrachte ich meine Zeit am Niesen; zu Fuss rauf und mit der Bahn runter, etc. Es war dann meine Schwester Cristina, die mich auf die Idee des 24 Stunden Höhenweltrekords brachte. Sie hat die Kreativität für ausgefallene Ideen. So werde ich nun von Samstag auf Sonntag (20 / 21. Juni) den Versuch starten den bisherigen Rekord des Schweizer Extrembergsteigers Andrea Vogel (17‘000 Hm) zu knacken. Es wird ein sehr hartes Stück Arbeit, aber ich freue mich ungemein darauf. Darf ich doch auch auf die Unterstützung eines super Teams aus meinem Freundeskreis, dem Team der Aeugstenbahn und meiner Sponsoren zählen. Sollte das Wetter halbwegs mitspielen (Gewitter und Sturm wären die grösste Gefahr), dann werde ich am Samstag (20.6.) um 9.00 Uhr bei der Talstation starten. Der Weg führt mich über ca. 2.8 Km 960 Hm hoch bis zur Bergstation. Schaffe ich den Weg in 24 Stunden 18 Mal, dann ginge mein Plan auf. Wir alle freuen uns über eure Unterstützung. Du kannst den Versuch auf der Seite https://www.facebook.com/goldwurstpower.ch mit regelmässigen Meldungen live mitverfolgen oder noch besser du kommst direkt nach Ennenda (GL) zur Talstation der Aeugstenbahn. Leckere Goldwurst-Power Knabberlis warten auf euch! Wer Lust an sportlicher Betätigung hat, darf gerne mit mir mitlaufen. Ganz nah bei der Bergstation liegt die Berggasthaus Aeugstenhütte, wo ihr danach euren Durst und Hunger stillen könnt. In diesem Sinne, greifen wirs an!

 

Mitteilung meines Sponsors Goldwurst-Power:

Friedrich Dähler will es wiedereinmal wissen und überrascht uns alle mit einer neuen persönlichen Herausforderung! Am 20. / 21. Juni will er den aktuellen 24h Höhenmeterweltrekord des Extrembergsteigers Andrea Vogel (17‘000 Hm) angreifen. Am 20. Juni um 9 Uhr morgens, sofern das Wetter mitspielt, wird Friedrich Dähler (34) antreten, den Weltrekord im Aufwärtssteigen zu knacken. Dazu plant er, die 960 Höhenmeter zwischen Ennenda bei Glarus und dem Bärenboden innerhalb von 24 Stunden mindestens 18 mal hochzusteigen. Talwärts wird er jeweils mit der Gondel der Aeugstenbahn fahren. Diese wird dazu extra 24 Stunden nonstop fahren. Gelingt der Plan, wird er die 17‘000 Höhenmeter des aktuellen Rekordhalters und Extrembergsteigers Andrea Vogel brechen. Ausdauersport ist für den Lehrer aus Ettingen BL seit Jahren zentral: Der ehemalige Elite-Mountainbiker hat sich mittlerweile den Ultra-Radrennen wie etwa der «Tortour» verschrieben. Die Idee des Weltrekords im Aufwärtslaufen entstand jedoch durch einen Tiefpunkt in seiner sportlichen Karriere: Ein Bandscheibenvorfall letzten August verunmöglichte das Radfahren. «Das einzige, was half, war Aufwärtsgehen», sagt er heute. So begann die Geschichte. «Jetzt freue ich mich auf die Herausforderung, das Ziel zu erreichen.»

Also merkt Euch den Termin und seid dabei wenn Friedrich Sportgeschichte schreibt!

Wir unterstützen ihn mit Goldwurst-Power und wünschen ihm viel Erfolg!


Niesentreppenlauf

Highway to Sky


6.6.2015:

Dank meinem Schwager Res war ich doch noch einer der 200 Glücklichen, die beim längsten Treppenlauf der Welt am Start stehen durften. Im 20 Sekundenrhythmus wurden jeweils 3 Läufer gleichzeitig auf die 1700 Hm und mit 11'500 Treppentritten bestückte Strecke geschickt. Als 32. war ich an der Reihe. Bereits nach kurzer Zeit hatte ich alle vor mir Gestarteten überholt und lag in Führung. Dabei konzentrierte ich mich ganz auf meinen Rhythmus. Immer zwei Tritte pro Mal. Der ganz grosse Favorit und Bestzeitenhalter Emmanuel Vaudan startete 20 Sekunden hinter mir. Sein Palmares ist eindrücklich, zeigte er doch auch schon Trailchampion Kilian Jornet bei Vertical Rennen den Meister. Nach ca. 300 Hm hatte er die 20 Sekunden zu mir aufgeholt, gemeinsam zogen wir weiter. Sein Stil war sehr speziell, er lief zwischen Geleise und Treppe im Schacht jeweils auf allen Vieren... Ich war immer froh, wenn die Treppen gleichmässig waren und ein Geländer vorhanden war. Dann konnte ich sein Tempo halten. Irgendwann musste ich ihn leider ziehen lassen, danach kämpfte ich mich alleine hoch. Trotz der enormen Hitze lief er eine 59er Zeit! Gratulation zu dieser Top Leistung. Mit 1h war ich nur etwas langsamer und stand bei der ersten Teilnahme gleich auf dem Podest, ich war wirklich sehr happy! Kollege Christian finishte hinter mir dann noch als 3! Auch für ihn bei der ersten Teilnahme! Ein grosses Dankeschön an den Veranstalter für dieses tolle Rennen und Philipp für die Übernachtung!

Bergtestlauf

25.5.2015:

Den Pfingstmontag nutzte ich für meinen Testlauf. Um 7.15 Uhr startete ich inEnnenda und lief insgesamt 11 Mal zur Bergstation der Aeugstenbahn. Gesamthaft ergab dies ca. 10600 Hm, reine Laufzeit ohne Bahn 8h 38 min. Einganz grosses Merci an das Team der Aeugstenbahn um Werner Waldvogel!

30.5.2015:
Highway to Sky war der passende Name für das Zeitfahren von Innertkirchen auf den Sustenpass über 28.1 km und 1606 Hm. Ich freute mich ungemein auf dieses Rennen. Als einer der letzten von knapp 200 Fahrer wurde ich auf die Strecke geschickt. Ich fuhr die gesamte Strecke nach Gefühl und meinem Wattgerät. Bereits bald holte ich die ersten Fahrer ein. Mit dem Deutschen Bergspezialisten Christoph Fuhrbach (Weltrekordhalter 24h 21'060 Hm!) konnte ich noch ein paar Sätze wechseln; genial dieser Typ! Schlussendlich erreichte ich die in Nebel gehüllte Passhöhe nach 1.12h und gewann dieses Rennen sogar. Danach machte ich mich mit dem letztjährigen Tortourdritten Markus Amstutz noch auf eine Trainingsrunde. Grosses Merci an Rolf für die Mitfahrgelegenheit!

Bergrennen Silenen - Bristen

14.5.2015:

6.5 Kilometer und knapp 300 Höhenmeter. Dies sind die Eckdaten des wohl bekanntesten Schweizer Bergrennens. Die Besetzung war wie jedes Jahr sehr hochkarätig, waren mit Flückiger und Giger doch auch zwei der stärksten Biker am Start. Die ersten drei Kilometer waren flach, wurden angenehm locker gefahren und dienten mir zum Aufwärmen. Direkt nach dem Abbiegen in den Aufstieg nach Bristen war dann aber fertig mit der Ruhe. Das Tempo wurde schlagartig erhöht und das Feld verkleinerte sich rasant. Ich konnte mich vorne behaupten und lag 800 Meter vor dem Ziel noch in der 5er Spitzengruppe. Leider war die letzte steile Rampe dann aber einen Tick zu lang. Ich musste die Spitze ziehen lassen und wurde auf den letzten Meter auch noch von Fabian Giger und Radquerspezialist Lukas Winterberg übersprintet. Trotzdem darf ich mit diesem Resultat in Mitten der Topfahrer zufrieden sein. Eindrücklich in Erinnerung habe ich die vielen Zuschauer am Rand der Strecke, die die Fahrer regelrecht den Berg hoch geschrien haben.


Berner Rundfahrt

GP Fully


12.4.2015:

Bei wunderschönem Frühlingswetter fand dieses Jahr das Rennen rund um Lyss statt. Mit dem Frienisberg beinhaltet die Strecke in jeder Runde einen kurzen Anstieg. Diesen wollte ich unbedingt für eine Selektion nutzen. Gemeinsam mit zwei anderen Fahrern kam ich in der letzten Runde weg. Leider wurden wir kurz vor dem Ziel wieder gestellt. Ich versuchte es auf den letzten drei Kilometer noch zwei Mal wegzukommen, doch waren meine Beine nicht mehr wirklich frisch. Im Sprint des kleinen Spitzenfeldes stürzte dann ein Fahrer unglücklich vor mir und riss mich ebenfalls zu Boden. Es passierte glücklicherweise uns beiden bis auf ein paar Schürfungen nicht viel. Schlussendlich klassierte ich mich als 12. Besten Dank an die Helfer des BH Teams für die spontane Betreuung!

12.4.2015:

Nach dem ersten nationalen Strassenrennen in Les Chevenez (GP La Courtine) startete ich wie bereits in den Vorjahren am GP in Fully. Das Rennen über 4 Runden (130 km / 1500 Hm) bietet pro Runde zwei knackige Aufstiege, die mir sehr entgegenkommen. Bereits im ersten Aufstieg bildete sich aus dem 110 Fahrer umfassenden Feld eine 30er Spitzengruppe, die just von der Abfahrt nach der zweiten Steigung getrennt wurde. Ich hielt mich im hintersten Teil des Feldes auf und bekam dies erst gar nicht mit. Eine 5er Spitzengruppe war weg, dahinter wurde nun wirklich sehr gebummelt. Als dann auch noch eine 10er Verfolgergruppe sich lösen konnte, dachte ich das Rennen wäre gelaufen. Die Spitzengruppe hatte nach 70 km einen Vorsprung von fast 4 Minuten auf das Verfolgerfeld und 6 Minuten auf das Hauptfeld. Im ersten Aufstieg der 3. Runde versuchte ich alleine ins Verfolgerfeld zu fahren. Es brauchte zwar einige Körner an Energie, doch gelang dies erstaunlich gut. Im Verfolgerfeld war man sich dann nicht mehr so einig, so wurde wieder gebummelt. In der letzten Runde versuchte ich mein Glück an der gleichen Stelle noch einmal und kam wieder weg. Die Spitzengruppe fiel unterdessen auseinander und so konnte ich noch bis auf Rang zwei nach vorne fahren. Ein Resultat, welches zu Rennmitte wohl kaum mehr denkbar gewesen wäre. Sehr positiv stimmen mich in erster Linie die Leistungsdaten meines zweiten Solovorstosses zu Rennschluss. Gratulation an dieser Stelle an den Sieger Patrick Müller und ein grosses Merci an meinen Betreuer Romain.




GP La Courtine

29.3.2015:

Die meteorologischen Bedingungen waren mit Starkregen, Temperaturen von nur wenig über den Gefrierpunkt und heftigen Winden alles andere als einladend. Trotzdem standen fast 150 Fahrer beim ersten nationalen Elite/Amateurstrassenrennen am Start. Dick eingepackt, sogar mit Schutzblech ausgestattet, fror ich im Gegensatz zu vielen meiner Konkurrenten zwar nicht. Trotzdem war ich nicht unglücklich nach 120 Kilometern unter die waren Duschen zu dürfen. Leider habe ich den richtigen Abgang verpasst und wurde nur 25. 

300er Testfahrt

25.3.2015:

Was für ein Tag! Viel, sehr viel Zeit verging seit vergangenem August! Heute durfte ich das erste Mal wieder eine "längere" Trainingsrunde unternehmen. Sie führte mich von Bern über Zürich, Zug, Luzern, Brünig zurück nach Bern. Die 300 Kilometer vergingen wie im Flug und dies absolut schmerzfrei. Ich war extrem erleichtert und glücklich! So solls unbedingt weitergehen!


Abschluss Studium

27.2.2015:

Nachdem ich im Herbst 2011 mein berufsbegleitendes Masterstudium begann, durfte ich heute das Diplom entgegennehmen. Eine spannende, aber auch sehr intensive Zeit ging damit zu Ende. In meiner Masterarbeit befasste ich mit der gesetzlichen Einführung des Turn- und Sportunterrichts in Berufsschulen von 1972.

Training und Gesundheit

1.2.2015

Die Gesundheit und das Training machen grosse Fortschritte. Mittlerweile sind Rennradtrainings bis 4 Stunden Umfang möglich. Daneben gilt mein Hauptaugenmerk der Genesung der Rückenverletzung. Diese macht zwar stetig Fortschritte, doch gibt's auch immer wieder Rückschläge zu verkraften. Trotzdem bin ich guter Hoffnung meine Ziele dieser Saison erreichen zu können.


Stand Rehabilitation

14. Oktober 2014:

Mittlerweile ist es 9 Wochen her seit ein Bandscheibenvorfall meine sportliche und berufliche Planung durchkreuzte. Leider betraf es nicht nur eine Bandscheibe sondern zwei, was die Sache nicht gerade vereinfachte. Die ersten vier Wochen nach dem Vorfall wünsche ich niemandem. Die Schmerzen waren mein ständiger Begleiter, Tag und Nacht. Vor allem die liegende Position während der Nacht war kaum aushaltbar. Irgendwann wurden die Schmerzen erträglicher und auch das einfache Spazieren ging ohne zu humpeln. Als Reha entdeckte ich das Bergaufgehen, dies war damals die einzige halbwegs schmerzfreie Bewegung. So spazierte ich täglich mehrere Male auf den Gurten und fuhr mit der Bahn wieder nach unten. Der Gurten wurde mir bald einmal zu langweilig und so wechselte ich zum Niesen, welcher immerhin fast 1700 Höhenmeter an Steigung zuliess. Das Bergaufwandern tat nicht nur meinen arg in Vergessenheit geratenen Beinmuskeln gut, sondern auch meinem Kopf. Endlich spürte ich wieder das wunderbare Gefühl der körperlichen Anstrengung, ein herrlicher Moment. Wenn es die Zeit zuliess, verbrachte ich den Tag am Niesen: raufwandern, mit der Bahn runterfahren und dann wieder von vorne beginnen. Ich zählte die Anzahl der Aufstiege nicht; der Tagesrekord lag bei 5 Mal, was etwa 8500 Hm in 8,5h ergab. Seit 10 Tagen darf ich nun auch ganz lockere, kurze Radtrainings auf der Rolle abspulen. Es ist das erste Mal überhaupt in meiner gesamten Radsportzeit, dass ich Rollentrainings absolviere. Es wird noch ein langer Weg vor mir liegen, doch freue ich mich ab jeder noch so kleinen gesundheitlichen Verbesserung. Die Verletzung vereitelte zwar mein ganz grosses Ziel, doch sah ich sie auch als Chance. Sie öffnete mir die Augen und ermöglichte mir Neues, welches ich in vergangener Zeit durch die Fokussierung auf meine grossen Ziele nicht wahrnahm. Ich nahm sie als Herausforderung an, um daran zu wachsen. Passend dazu finde ich ein chinesisches Sprichwort: „Wenn ein Drachen steigen will, muss er gegen den Wind fliegen“. Man wächst nur mit den Herausforderungen. Gerade die ersten paar Wochen waren nicht immer ganz einfach, deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die mich in irgendeiner Art motiviert und unterstützt haben, vor allem auch dem VITALISCENTER und all meinen Sponsoren, die mir auch in dieser Zeit unterstützend zur Seite stehen.

Absage Tortour 2014

12. August 2014:

Das Schreiben dieser Zeilen gehört wohl zu den bittersten Momenten meiner bisherigen Sportkarriere. Bis vor wenigen Tagen lief alles Bestens. Nach der Zeitfahr- und Strassenmeisterschaft hängte ich einen vierwöchigen Ausdauerblock an. Dabei rekognoszierte ich ein weiteres Mal die Tortour Switzerlandstrecke, testete Material und brachte mich endgültig in Top-Form. Dies zeigte sich auch am Engadiner Radmarathon, welcher ich dazwischen fuhr und nur wegen einem Verpflegungsfehler nicht auf dem Podium beendete. Somit ergaben sich im Juli ca. 3500 Trainingskilometer und meine Vorfreude auf das grosse Highlight des Jahres wurde immer grösser. Vor wenigen Tagen dann der Schock, welcher alles ändern sollte. Nach einem Training verspürte ich wieder Rückenschmerzen, welche ständig stärker wurden. Die Schmerzen im Rücken und die Ausstrahlungen ins linke Bein stellten sich als Bandscheibenvorfall heraus. Im Vitaliscenter war ich in den besten Händen, dafür bin ich sehr dankbar. Trotzdem mussten wir einsehen, dass eine solche Verletzung einen Rennstart über 1000 km unmöglich zuliess, wenn bereits die kleinsten Bewegungen extreme Schmerzen hervorriefen. Die Enttäuschung und Leere war im ersten Moment riesig. Seit letztem November lebte ich täglich für dieses Rennen und eine ungeheure Motivation trieb mich auch bei den widrigsten Umständen aufs Rad. Im Kopf und in den Beinen fühlte ich mich stärker denn je. Ich durfte während all dieser Zeit wunderschöne Momente erleben. Dass ich kurz vor dem Höhepunkt wegen einer Verletzung Forfait geben musste, schmerzte sehr. Trotz dieser „Niederlage“galt es gelassen zu bleiben, schliesslich konnte ich die Situation und Vergangenheit nicht ändern. Ich musste zwar alleine fahren, doch wäre dies alles ohne mein super Team im Hintergrund nie möglich gewesen. An dieser Stelle möchte ich mich bei euch und vor allem Marc für seinen grossen Einsatz bedanken. Wir haben etwas sehr tolles aufgebaut und es liegen noch viele Projekte vor uns. Das Dankeschön geht auch an meine weiteren Teammitgliedern Barbara, Andreas, Martin, Patric. Das nächste Mal packen wir es! Ich hätte euch in diesen Tagen sehr gerne eine andere Nachricht gesendet, eine mit Fotos und einem Erfolgsbericht der Tortour. Leider sollte es dieses Jahr nicht sein, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Für eure Unterstützung, euer Vertrauen und Loyalität danke ich euch sehr und hoffe weiterhin auf euch zählen zu dürfen.